Europäische Handelsmetropole

Renaissancestadt Augsburg

Dass Augsburg sich zu einer Metropole in der Epoche der Renaissance entwickelte, ist vor allem auf die damals hier ansässigen Handelsgesellschaften zurückzuführen. Unter all den Kaufleuten sticht ein schillernder Name besonders hervor:
Jakob Fugger der Reiche.

 

Die Renaissance beschreibt die europäische Kulturepoche in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit im 15. und 16. Jahrhundert. Ihre Bezeichnung leitet sich ab von dem Bemühen, die griechische und römische Antike wiederzubeleben. Ausgehend von den Städten Norditaliens beeinflussten Künstler und Gelehrte die Kunst, Architektur, Ästhetik, Literatur und Philosophie. In keiner Stadt Deutschlands spürt man die Lebensfreude und Formensprache der Renaissance bis heute so deutlich wie in Augsburg, wie in diesem Filmbeitrag wunderbar zu sehen ist.

 

Mit der Fugger-Grabkapelle in St. Anna entstand der erste kirchliche Renaissancebau nördlich der Alpen. Im Fuggerstadtpalast, der auf venezianische Vorbilder zurückgeht, verkehrten Kaiser, Könige und Künstler wie Tizian. Der Damenhof im Fuggerschen Anwesen ist ein Frühwerk der deutschen Renaissance. Mit der Fuggerei befindet sich in Augsburg die älteste noch erhaltene Sozialsiedlung der Welt – ein für damalige Verhältnisse sehr modern anmutendes Konzept der Wohnraumbeschaffung. Das 1620 fertiggestellte Rathaus von Elias Holl gilt als der erste öffentliche Renaissance-Bau nördlich der Alpen. Und die einzigartige Trias der Brunnen entlang der Maximilianstraße setzten der Wasserkunst und -wirtschaft bereits vor 400 Jahren ein Denkmal, das mittlerweile Teil der UNESCO-Welterbe-Liste ist.

Veranstaltungen & Termine

Stationen des Wiederaufbaus der Stadt Augsburg nach 1945

Stadtgeschichte(n)

Stationen des Wiederaufbaus der Stadt Augsburg nach 1945

15.01.2026 18:30 Uhr

Zwischen Tradition und Neubeginn - anhand ausgewählter Beispiele soll dargelegt werden, wie Augsburgs Stadtbild nach 1945 zwischen Geschichtsbezug und Fortschrittsoptimismus eine neue Gestalt gewann.

Von Handel, Geld und Macht

Einstiegsführung

Von Handel, Geld und Macht

17.01.2026 14:30 Uhr

Warum entwickelte sich Augsburg zu Beginn der Renaissance zu einer der bedeutendsten Handelsmetropolen in Europa? Mit welchen Geschäften wurden die Fugger und Welser zu den (einfluss-)reichsten Kaufleuten des Kontinents?

Narrative Stadtplanung und der Klimawandel

Stadtgeschichte(n)

Narrative Stadtplanung und der Klimawandel

22.01.2026 18:30 Uhr

Die gebaute und die erzählte Stadt - narrative Stadtplanung versucht historische Authentizität zu generieren und in Einklang mit den Szenarien des Klimawandels sowie der demografischen Entwicklung zu bringen.

Sternenlicht auf Meereswogen

Themenführung

Sternenlicht auf Meereswogen

25.01.2026 11:00 Uhr

1507 gab ein deutscher Kartograf der sogenannten »Neuen Welt« erstmals den Namen »Amerika«. Seefahrer hatten sie auf gefährlichen Reisen entdeckt. Wer reiste an Bord dieser Schiffe mit und warum? Wie war das Leben an Bord? Was bedeuteten die Raubzüge der Europäer für die Menschen in Südamerika und Afrika?

Augsburg als gemeinsames Erbe der Menschheit?

Stadtgeschichte(n)

Augsburg als gemeinsames Erbe der Menschheit?

29.01.2026 18:30 Uhr

Seit 2019 ist Augsburg UNESCO Welterbe. Aber was bedeutet das eigentlich? Wie funktioniert die Welterbeliste und welche Auswirkungen hat so ein Platz unter den »wichtigsten« Denkmälern der Welt? Der Vortrag gibt Einblicke in die Geschichte des UNESCO Welterbeprogramms.

Von Handel, Geld und Macht

Einstiegsführung

Von Handel, Geld und Macht

01.02.2026 11:00 Uhr

Warum entwickelte sich Augsburg zu Beginn der Renaissance zu einer der bedeutendsten Handelsmetropolen in Europa? Mit welchen Geschäften wurden die Fugger und Welser zu den (einfluss-)reichsten Kaufleuten des Kontinents?

Auf den Spuren der Fugger

Die Europäische Fuggerstrasse

Im Mai 2019 wurde mit einer feierlichen Veranstaltung im Augsburger Rathaus die Kulturreiseroute entlang der »Europäischen Fuggerstraße« eröffnet. Sie umfasst mittlerweile Orte in Bayern, Österreich, Italien, Spanien und in der Slowakei, an denen die Fugger gewirkt haben – vor allem in Verbindung mit dem Bergbau. Silber und Kupfer waren der »Bergsegen«, mit dem die Augsburger Kaufmannsfamilie so unermesslich reich wurde. Seit Jahrhunderten schon gab es aber nicht nur kommerziellen Austausch innerhalb Europas: Die Verbreitung des Humanismus und der Renaissance-Kunst wäre ohne reisende Kaufleute und Gelehrte ebenso wenig denkbar gewesen.

Aktuelle Meldungen

Ausstellung: Reichtum der Kunst

Ausstellung: Reichtum der Kunst

Anlässlich des 500. Todestages von Jakob Fugger dem Reichen zeigen die Kunstsammlungen und Museen Augsburg in Kooperation mit den Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen eine Sonderausstellung zu den reichen Kunstschätzen aus der Zeit der Fugger. Ab dem 12.12.

Veranstaltungstipp: Intersecciones II

Veranstaltungstipp: Intersecciones II

Am 28. November teilen Magda Agudelo und Adelheid Schulz die Erfahrungen ihrer Reise auf den Spuren der Welser in Venezuela und Kolumbien in einer Lecture-Performance im Stuttgarter Linden-Museum.

Gedenkjahr 1525

Gedenkjahr 1525

Im Bauernkriegsjahr 1525 schrieb Memmingen Geschichte. Die aufständischen Bauern forderten mit ihren »Zwölf Artikeln« Freiheit, Menschenwürde und Gleichberechtigung.

Weitere Meldungen

Perspektivwechsel

im fokus: die auswirkungen des Frühkapitalismus

Auf wessen Kosten entstand der enorme Reichtum der Fugger und Welser? Diese Frage möchte das Museum stärker in den Fokus rücken.

Sei es die Ausbeutung der Augsburger Weberinnen und Weber, der Tiroler Bergleute oder der Strafgefangenen in Almadén: Jakob Fugger handelte als privilegierter Kaufmann in einer Zeit, in der Menschen nicht als frei und gleich galten. Die Welser finanzierten die Eroberung ihres »Lehens« Venezuela mit dem Verkauf von Lizenzen für den Sklavenhandel und erregten bei ihren Zeitgenossen damit kaum Widerstand. Trotzdem und  gerade deshalb müssen wir heutzutage genau hinsehen: Wie funktioniert Kapitalismus? Wem nützt er, wem schadet er? Welche direkten und indirekten Auswirkungen haben die damaligen Eroberungen der Europäer auf die Gegenwart und die globale Gemeinschaft?

 

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum arbeitet derzeit mit vielen unterschiedlichen Kooperationspartner*innen aus Wissenschaft und Gesellschaft daran, die bestehenden musealen Inhalte mit neuen Akzenten aufzubereiten. In unserem Blog berichten wir davon.

 

Das Kunstwerk »4,578 (4.578)« von Veronica Jackson ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit „Manillen“ – Kupfer-Ringen aus dem 16. Jahrhundert, die für den Kauf versklavter Menschen verwendet wurden. Um die Ausbeutung der Kolonie Venezuela zu finanzieren, bekamen die Welser die Erlaubnis des spanischen Königs, 4.578 versklavte Menschen in der Karibik zu verkaufen.

Ein echter Hingucker

Preisgekrönt

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: Auf den European Design Award 2015 Bronze für Szenographie und multimediale Installationen folgte der German Design Award Special 2016 in der Kategorie »Excellent Communications Design – Fair and Exhibition«. 2018 kam der IF-Design Award für den Kartentisch im Schiffsraum hinzu. Verantwortlich dafür zeichnet auch die uns begleitende LIQUID Agentur für Gestaltung.

Außerdem wurde das Museum 2015 im Rahmen der Auszeichnung Augsburgs als »Hauptstadt des Fairen Handels« mit einem FairTrade-Sonderpreis bedacht: Die Juroren des bundesweiten Wettbewerbs hatte überzeugt, dass die Schattenseiten der Globalisierung im 16. Jahrhundert nicht verschwiegen und mit heutigen Handels- und Arbeitsbedingungen kritisch verglichen werden.

Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnungen, unterstreichen sie doch die außergewöhnliche multimediale, interaktive Ausrichtung unseres Konzepts und unsere Anstrengungen zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

Was unsere Besucherinnen und Besucher sagen